Die 50 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt 2018


Mit AT&T gibt es eine neue Supermacht in der Welt der Medienkonzerne. Dies geht aus der jährlich vom Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) publizierten Rangliste (s.o.) der 50 größten Medienkonzerne hervor. Kriterium für das Ranking ist der Jahresumsatz 2017. Aufgenommen in die Rangliste werden Unternehmen, die in mindestens einem wichtigen Geschäftsfeld nennenswerte Umsätze mit publizistischen Inhalten und/oder Werbung generieren und nicht als reine Telekom- oder Technikprovider firmieren.

AT & T steht mit einem konsolidierten Umsatz von fast 170 Milliarden Euro nach der Übernahme von Time Warner an der Spitze der weltweit größten Medienunternehmen. AT&T verabschiedet sich mit dieser Akquisition (Kaufpreis: rund 73 Mia. Euro) von seinem Status als reiner Telekommunikationskonzern und kann damit den Medien- und Entertainmentunternehmen zugeordnet werden. Sicher ist, dass AT&T sich mit der Übernahme besser gegen Konkurrenten wie Apple, Google und Amazon sowie Streaming-Dienste wie Netflix wappnen will. Durch die Fusion werde nun zukünftig auch das Filmstudio Warner Bros, CNN, HBO, AOL zu AT&T gehören. Dies gibt AT&T mit Produktionen wie Game of Thrones und The Big Bang Theory die Möglichkeit, creative Inhalte auch zu vermarkten und weiterzuentwickeln. Die Trump-Administration bzw. das US-Justizministerium hatten mehrfach versucht, diese Übernahme zu verhindern, offenbar aus Angst vor einer Machtzunahme des ihm verhassten Sender CNN. Auch nach der Genehmigung des Deals durch den zuständigen Richter Richard Leon (US District Court) hat das US-Justizministerium noch einmal Revision eingelegt.

Auch die New York Times, ansonsten nicht auf Trump-Linie, kritisierte die Entscheidung von Richter Leon; diese sei eine “Lizenz für nahezu unkontrollierte Konsoliderung und Konzentration auf nahezu jedem Wirtschaftssektor” geworden. IfM-Direktor Lutz Hachmeister kommentierte die Etablierung von AT&T/Warner Media bei einem IfM-Colloqium mit dem Sätzen: “Das ist ungefähr so, auf deutsche Verhältnisse bezogen, als würde die Telekom Bertelsmann kaufen”. Weitere Übernahmeschlachten in der JS-Medienindustrie toben noch zwischen Twentieth Century Fox und Comcast sowie zwischen Fox, Disney und Sky.

Mit deutlichen Abstand rangiert Alphabet mit einem Umsatz von 98,13 Mrd. Euro im IfM-Ranking nun auf Platz zwei, obwohl der Mutterkonzern von Google, verglichen mit dem Vorjahr, auch deutlich an Gewinn zugelegt hat. Auf Platz drei folgt weiterhin der Telekommunikations- und Medienkonzern Comcast mit einem Umsatz von 74,83 Mrd. Euro.

Auffallend besser sind die Platzierungen von Online-Diensten und Streaming-Anbietern wie Netflix, das sich mit einem Umsatz von 10,35 Mrd. Euro um sieben Plätze auf Rang 22 hocharbeiten konnte sowie Facebook (Rang 6), mit einem Umsatz von umgerechnet 35,98 Mrd. Euro und Amazon (Rang 10) mit einem Medien-Umsatz von 27,73 Mrd. Euro im letzten Jahr.

Bertelsmann (Rang 15) ist weiterhin der größte deutsche Medienkonzern mit einem Umsatz von 17,19 Mrd. Euro, vor der öffentlich.rechtlichen Arbeitsgemeinschaft ARD (Rang 29) mit 6,57 Mrd. Euro und ProSiebenSat. 1 auf Rang 49 mit 4,08 Mrd. Euro Umsatz. Auch asiatische Unternehmen sind weiterhin stark vertreten, angeführt von dem chinesischen Internetunternehmen Tencent Holdings (Rang 8; 31,17 Mrd. Euro), gefolgt von Sony Entertainment (Rang 9; 29,97 Mrd. Euro), Baidu (Rang 21; 11,12 Mrd. Euro), Nippon H?s? Ky?kai (Rang 34; 5,54 Mrd. Euro), der Shanghai Media Group (Rang 35; 5,46 Mrd. Euro) und Fuji Media Holdings (Platz 42; 4,8 Mrd. Euro). Acht der zehn weltweit größten Medienkonzerne sind US-Besitz, die umsatzstärksten europäischen Unternehmen sind die Altice-Gruppe des französischen Unternehmens Patrick Drahi (Rang 13), Bertelsmann und (noch) Sky plc (Rang 16).

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Letzte Änderung: 10.12.2018 12:47