Das Jahrbuch Fernsehen als Printversion

 

Florian Hager: ARD und ZDF stärker gemeinsam denken

 

Interview im neuen JAHRBUCH FERNSEHEN/  Essays von Samira El Ouassil, Heike Huppertz, Lutz Hachmeister, Hans-Jürgen Jakobs und Torsten Körner

 

Florian Hager, Chef des jungen Netzwerks „funk“ von ARD und ZDF, hat dafür plädiert, beim öffentlich-rechtlichen System mehr „auf gemeinsame Sehvolumina“ zu schauen. In einem Gespräch, das im neuen „Jahrbuch Fernsehen“ erscheinen ist und von der Medienjournalistin Nora Frerichmann geführt wurde, tritt Hager dafür ein, sich in Zukunft von der Einschaltquoten-Kommunikation stärker zu lösen. Es gehe um die Frage: „Wie lange beschäftigen sich Menschen mit öffentlich-rechtlichen Inhalten insgesamt. Es müsste ja unser Ziel sein, diesen Wert möglichst zu maximieren“.  Es sei allerdings „extrem schwer, Menschen zum Umdenken zu bringen, die ihr ganzes Berufsleben lang mit Quoten hantiert haben“, so der Programm-Manager, der seit Januar 2020 auch als stellvertretender ARD-Programmdirektor amtiert. Er selbst sei „viel stärker interessiert an Zielgruppenorientierung. Netflix macht uns vor, wie sie einen Querschnitt der Gesellschaft erreichen: durch viele Programme für Viele“.


Weitere Texte im „Jahrbuch Fernsehen“: Der Schriftsteller und Autor Torsten Körner geht in seinem Essay „Die Bilder, die wir waren“ den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die TV-Programme nach. Die TV-Kritikerin und „Übermedien“-Kolumnistin Samira El Ouassil analysiert in ihrem Essay „Die mangelnde Widerstandsfähigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien vor rechtem Astroturfing“, wie der WDR und sein Intendant Tom Buhrow mit der „Umweltsau“-Affäre einer rechten Instrumentalisierung auf den Leim ging.

Unter dem Titel „Die Dämmerung des dualen Systems“ zeichnet der Produzent und Medienforscher Lutz Hachmeister die Implosion der klassischen Medienpolitik angesichts digitaler Verwerfungen nach und zeigt Wege auf, wie hochwertiges Programm jenseits verkrusteter öffentlich-rechtlicher Strukturen und den nicht minder passiven privaten Senden hergestellt werden könnte.

Hans-Jürgen Jakobs, Senior Editor des „Handelsblatts“, weist in seinem Beitrag „In den besten Familien“ über die Verleger- und Mediendynastien der deutschen Bundesrepublik nachdrücklich darauf hin, dass publizistische Medien über Jahrzehnte keine reinen Erwerbsunternehmen waren, die um jeden Preis die Maximierung des Gewinns anzustreben hätten.

Vier Jahre, nachdem 2016 ARD, ZDF und die großen Privatsender ihre erste Diversitäts-Studie präsentierten, stellt Heike Hupertz in ihrem Essay „Der weite Weg zur Gleichstellung“ ernüchtert fest, wie wenig allen Beteuerungen zum Trotz in diese Zeit passiert ist. Abgerundet wird diese televisionäre Vermessung wie immer durch die Top-Ten der Herausgeber, den Rückblick aufs Fernsehjahr von Dietrich Leder und die Best-Of der deutschen TV-Kritik.

Das JAHRBUCH FERNSEHEN ist ab sofort beim Institut für Medien- und Kommunikationspolitik erhältlich. Als eines der wenigen Foren für eine unabhängige Medienkritik in Deutschland bündelt es Jahrbuch „die treffendsten Analysen mit den kreativsten Kritiken und zahllosen Hintergrundinformationen zum Genre“ (Spiegel Online) und ist mit seinem aufwändigen, mehr als 200 Seiten starken Service- und Adressenteil für die Medienbranche „unverzichtbarer Wegbegleiter durchs Jahr“ (NZZ).

Die Herausgeber – das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, die Medienkorrespondenz (Katholisches Medienhaus) und das Film Festival Cologne – stehen für die journalistische Qualität und medienpolitische Unabhängigkeit der Publikation.

Dieter Anschlag/Claudia Cippitelli/Steffen Grimberg/Petra Müller (Hrsg.) - JAHRBUCH FERNSEHEN 2020, Köln 2020 - 420 Seiten, 34,90 Euro

ISBN: 978-3-00-067511-9 ISSN: 0949-9997

 

 

Bestellungen unter: info@jahrbuch-fernsehen.de

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Letzte Änderung: 10.01.2021 17:56